Cederblad 211 um R Aqr im Wassermann

R Aqr ist ein Veränderlicher Stern vom Typ Mira. Das sind rote Riesensterne, die gegen Ende ihres Lebens zu pulsieren beginnen und sich dabei mehr oder weniger konstanter Frequenz ausdehnen und wieder zusammenziehen. Bei der Ausdehnung wird ihre Oberfläche kühler und bei der Kontraktion wieder heißer, was sich in einem Helligkeitsunterschied zwischen etwa 7 mag und 11,5 mag äußert. R Aqr ist aber nicht allein, sondern ein Doppelstern, der von einem Weißen Zwerg, also dem Kern eines Sterns eng umkreist wird. Der Weiße Zwerg hat dabei typischerweise die Masse unserer Sonne, aber nur die Größe unserer Erde, ist also extrem dicht.

Der Weiße Zwerg entreißt nun dem Roten Riesen Materie und schleudert sie in den Weltraum, wodurch der im Bild gezeigte Reflexionsnebel entstanden ist. Der Nebel leuchtet rötlich, weil er das Licht des hellen roten Riesensterns reflektiert. Beim Vergleich meiner Aufnahme mit einer Aufnahme des Anglo Australian Observatorys (AAO) fiel mir auf, daß auf meiner Aufnahme direkt rechts neben dem Stern noch heller Nebel zu sehen ist, der auf der 1992 entstandenen Aufnahme des AAO nicht (oder vielleicht auch nicht eindeutig?) zu sehen ist. Leider vergönnte mir das Wetter nicht, eine Kontrollaufnahme zu machen, um diesen Befund zu bestätigen oder als Artefakt zu widerlegen. Bei zwei weiteren Aufnahmen, die ich im Internet fand, überstrahlt R Aqr seine unmittelbare Umgebung derart, daß auf ihnen dieser Bereich überhaupt nicht zu erkennen ist.

Sehr schnell fiel mir eine Strichspur oberhalb von Ced 211 auf, die eigentlich nur ein Kleinplanet sein konnte. Die Überprüfung mit Hilfe des Minor Planet Checkers ergab zu meiner Überraschung, daß sich nicht nur einer, sondern insgesamt 5 Kleinplaneten auf meiner Aufnahme tummelten, deren Helligkeiten z.T. sogar deutlich schwächer als 19 mag waren.

Die Aufnahme entstand bei einem Ausflug zur Emberger Alm in Österreich.

Datum: 11.08.10, 03:13h MESZ

Optik: f=1180 mm f/5,0

Nachführung: TVGuider mit Watec 120N an C5 f/10

Gesamtbelichtungszeit: 36 min (Einzelbilder: 180 Sekunden)

Kamera: Atik 314L

 

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