NGC 678, NGC 680, NGC 691, NGC 694, NGC 697 (=NGC 674), IC 167 (Arp 31) und IC 1730 im Widder

Dieses Feld im Westen des Widders um den Stern 1 Ari (oben rechts) ist sehr spannend. Fast alle hellen Galaxien liegen in einer Entfernung von etwa 115 Millionen Lichtjahren. NGC 691 am unteren Rand scheint etwa 10 Millionen Lichtjahre näher und NGC 697 am oberen Rand 10 Millionen Lichtjahre weiter entfernt zu sein. Am rechten Bildrand befindet sich das Trio aus NGC 678, NGC 780 und IC 1730. NGC 678 sehen wir in Kantenlage. Deutlich ist das Staubband vor der Scheibe sichtbar. Im Bereich des Kerns beschreibt es eine Beule nach Süden. Der westliche Arm scheint nach Süden und zurück in Richtung von NGC 680 abgeknickt zu sein. Auch NGC 680 zeigt deutliche Anzeichen einer Wechselwirkung mit NGC 678. Simbad listet NGC 780 als Elliptische Galaxie. Sie erscheint aber deutlich asymmetrisch. Ihr Halo ist im Norden viel breiter als im Süden. Um den hellen Kern zeigt sie mehrere schwächer werdende kreisrunde Schalen, fast wie Sterne mit Reflexen und Halos. Die kleine Galaxie IC 1730 scheint von den Wechselwirkungen völlig unbeeindruckt zu sein.

NGC 691 im Süden ist eine fast normale Spiralgalaxie. Um den Kern winden sich die Arme zunächst regelmäßig, um dann einen Arm ausbrechen zu lassen, der von den engen Windungen in eine helle diffuse äußere Scheibe reicht. Dieser mächtige Arm läuft dann nach einer vollen Umdrehung diffus im Südosten aus. Einarmige Spiralen sind selten, einige wie NGC 4725 haben es sogar in Arps Katalog der Galaxien mit bemerkenswertem Aussehen gebracht.

Spektakulär ist auch IC 167 anzusehen. Die weit auseinander gezogenen und abgeknickten Arme weisen auf eine gravitative Wechselwirkung mit einer anderen Galaxie hin. Am ehesten kommt dafür die kleine kompakte Galaxie NGC 694 nördlich von IC 167 in Frage. IC 167 hat es geschafft: Sie ist unter der Nummer 31 in Arps Katalog von Galaxien mit bemerkenswertem Aussehen gelistet.

Am oberen Bildrand leuchtet NGC 697 aus etwa 125 Millionen Lichtjahren Entfernung. Dennoch sind Knoten (Sternhaufen) und andere Strukturen in ihren Armen erkennbar. Sie ist eine schöne zweiarmige Spiralgalaxie, deren südöstlicher Arm schön eng anliegt während der nordwestliche Arm weiter nach außen reicht. Die Ursache ist wohl eine gravitative Wechselwirkung mit einer Nachbargalaxie. Verursacher der Störung könnte die sehr leuchtschwache Zwerggalaxie UGC 1287 weiter westlich sein. Die irreguläre Galaxie liegt direkt am oberen Bildrand, ist aber so schwach, dass sie auf meiner Aufnahme praktisch unsichtbar ist. NGC 697 besitzt wie etliche andere Galaxien auch einen zweiten Eintrag im NGC-Katalog: NGC 674. Mit der Nummer müsste sie viel weiter westlich liegen, ein Hinweis darauf, dass sie zunächst (z.B. durch einen Schreibfehler) mit falschen Koordinaten gelistet wurde.

Das Bildfeld in voller Größe und die Beschriftung der helleren Galaxien werden beim Klick ins Bild oder hier erreicht.

Datum: 02.12.16, 19:08h MEZ

Optik: f=750mm f/5,4

Nachführung: TVGuider mit Watec 120N an 90mm f/5,6

Gesamtbelichtungszeit: 96 min (Einzelbilder: 180 Sekunden)

Kamera: Atik 460EX

 

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