NGC 3448 mit SN2014G und UGC 6016 (Arp 205) im Großen Bären

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Das Aufleuchten der Supernova SN2014G richtete mein Interesse auf die Galaxie NGC 3448. Die Supernova wurde am 14.01.2014 von zwei Amateurastronomen, dem Amerikaner Patrick Wiggins und dem Japaner Koichi Itagaki voneinander unabhängig entdeckt. Sie ist vom seltenen Typ IIL, bei dem ein massereicher Stern einen Kernkollaps erleidet und die Lichtkurve im Gegensatz zum Typ IIP linear abfällt, was auf eine geringere Expansionsgeschwindigkeit der Explosionswolke zurückgeführt wird. Zurück bleibt ein Neutronenstern oder, sofern die Masse ausreicht, ein stellares Schwarzes Loch. Die Helligkeit von SN2014G hatte ich auf 15.1mag geschätzt.

Auch ohne SN2014G hätte NGC 3448 einen Besuch verdient. Sie zeigt deutliche Störungen durch gravitative Wechselwirkung. Zwei Gezeitenschweife sind in Ost- und Westrichtung deutlich erkennbar. Ob NGC 3448 mit UGC 6016 wechselwirkt ist unklar, da UGC 6016 auf Basis ihrer Rotverschiebung 6 Millionen Lichtjahre weiter entfernt ist. Der Abstand ist zu weit für eine gravitative Wechselwirkung. Dennoch geben einige Wissenschaftliche Artikel UGC 6016 als den mit NGC 3448 wechselwirkenden Partner an, auch wenn sie gleichzeitig zugestehen müssen, daß UGC 6016 ungestört erscheint und es offenbar keine Materiebrücke zwischen beiden Galaxien gibt. Das Paar wurde unter der Nummer 205 von Halton C. Arp in seinem Katalog von Galaxien mit bemerkenswertem Aussehen verzeichnet.

NGC 3448 ist eine Zwerggalaxie, d.h. ihre Masse und Leuchtkraft sind deutlich geringer als die einer "normalen" Galaxie wie der Milchstraße. Gleichzeitig ist NGC 3448 eine Starburst Galaxie, weil durch die gravitative Wechselwirkung in ihr eine erhöhte Sternbildungsrate massereicher Sterne induziert wurde. Dazu paßt natürlich auch der Typ der Supernova SN2014G. Bemerkenswert ist das gewundene Staubband, das sich vor dem Kern abbildet. Die Helligkeitsverteilung ist nicht gleichmäßig, sondern bildet die typischen "Knoten", also Aufhellungen durch massive Sternhaufen, in denen neue Sterne entstehen. Einige Wissenschaftler interpretieren ihre Daten so, daß NGC 3448 eine Spiralgalaxie ist, bei der wir seitlich auf die Scheibe sehen.

NGC 3448 wurde mit Absicht an den unteren Bildrand platziert, denn knapp oberhalb des helleren Sterns HD94316 befindet sich das Zentrum eines Galaxienhaufens in ca. 950 Millionen Lichtjahren Entfernung. Fast alle Galaxien, erkennbar als diffuse Flecken, in der oberen Bildhälfte bis herab zu dem hellen Stern 44 UMa gehören zu diesem Haufen. Der Haufen wurden von Fritz Zwicky als ZwCl 3609 (großer Kreis) katalogisiert. Ein weiterer Haufen (kleiner Kreis) befindet sich nördlich von NGC 3448 und nördlich des Quasars 2MASS J10543698+5423435, der selbst nicht dazu gehört. Die Entfernung dieses Galaxienhaufens beträgt 2,25 Milliarden Lichtjahre, die des Quasars etwa 9,5 Milliarden Lichtjahre (z=1,5084, Ho=74,3km/s/MPc).

Wenn der Mauszeiger aufs Bild bewegt wird, erscheinen die Katalogbezeichnungen der helleren Galaxien. Beim Klick ins Bild oder hier wird das Bild in voller Größe angezeigt.

Datum: 23.02.14, 00:05h MEZ

Optik: f=750mm f/5,4

Nachführung: TVGuider mit Watec 120N an 90mm f/5,6

Gesamtbelichtungszeit: 63 min (Einzelbilder: 180 Sekunden)

Kamera: Atik 460EX

 

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Das Aufleuchten der Supernova SN2014G richtete mein Interesse auf die Galaxie NGC 3448. Die Supernova wurde am 14.01.2014 von zwei Amateurastronomen, dem Amerikaner Patrick Wiggins und dem Japaner Koichi Itagaki voneinander unabhängig entdeckt. Sie ist vom seltenen Typ IIL, bei dem ein massereicher Stern einen Kernkollaps erleidet und die Lichtkurve im Gegensatz zum Typ IIP linear abfällt, was auf eine geringere Expansionsgeschwindigkeit der Explosionswolke zurückgeführt wird. Zurück bleibt ein Neutronenstern oder, sofern die Masse ausreicht, ein stellares Schwarzes Loch. Die Helligkeit von SN2014G hatte ich auf 14,7mag geschätzt.

Auch ohne SN2014G hätte NGC 3448 einen Besuch verdient. Sie zeigt ein gewundenes Staubband vor ihrem Kern und deutliche Störungen durch gravitative Wechselwirkung. Zwei Gezeitenschweife sind in Ost- und Westrichtung ansatzweise erkennbar. Dieser Besonderheit und wegen einiger Galaxienhaufen im Hintergrund sollte dieses Feld noch mal mit mehr Belichtungszeit abgelichtet werden. Das Paar NGC 3448 und UGC 6018 wurde unter der Nummer 205 von Halton C. Arp in seinem Katalog von Galaxien mit bemerkenswertem Aussehen verzeichnet.

Wenn der Mauszeiger aufs Bild bewegt wird, erscheinen die Katalogbezeichnungen der helleren Galaxien.

Datum: 05.02.14, 00:15h MEZ

Optik: f=750mm f/5,4

Nachführung: TVGuider mit Watec 120N an 90mm f/5,6

Gesamtbelichtungszeit: 30 min (Einzelbilder: 180 Sekunden)

Kamera: Atik 460EX

 

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