Offener Sternhaufen mit Reflexionsnebel NGC 7129 im Kepheus

NGC 7129 ist der in Reflexionsnebel eingebettete offene Sternhaufen. Um die hellsten Sterne läuft ein rötliches, im Licht des ionisierten Wasserstoffs leuchtendes Band, wahrscheinlich eine Stoßfront. Weiter außen sind weitere Reflexionsnebel um einzelne Sterne und bogenförmige rote Gebiete zu sehen, die ebenfalls im Licht des ioniserten Wasserstoffs leuchten. Südlich von NGC 7129 leuchtet leicht orange der galaktische Nebel GN 21.41.8.02.

Wenn der Mauszeiger aufs Bildfeld bewegt wird, erscheint die Falschfarbendarstellung in IR, Hα und Blau. Die Falschfarbendarstellung zeigt die Verteilung des Staubs (blau), des ionisierten Wasserstoffs (grün) und der jungen Sterne (rot). Man erkennt, dass viele kleine Haufensterne im IR heller als im Visuellen werden. Alle diese Sterne sind sehr junge Objekte, die als YSO (Young Stellar Object) geführt werden. Unterhalb von NGC 7129 leuchtet ein Stern im IR ungewöhnlich hell auf. Alle anderen Sterne sind im Visuellen gut zu sehen, wenn sie IR-hell werden, oder steigern ihre Leuchtkraft im IR nicht so stark wie dieser im Visuellen kaum sichtbare Stern. Leider kennt Simbad außer einer Katalogbezeichnung aus der IR-Durchmusterung des IR-Satelliten IRAS keine weiteren Informationen. Es hat sich noch niemand von den Fachastronomen dieses Sterns mit dem bemerkenswerten Helligkeitsanstieg im Nahinfraroten angenommen.

Natürlich ist im Blauen nur der Staub sichtbar, der das Licht der heißen Haufensterne streut. Oberhalb von NGC 7129 ist die Sterndichte deutlich geringer als unterhalb, was an der Dunkelwolke nördlich von NGC 7129 liegt. Der Sternhaufen und seine Reflexionsnebel sind der südliche Ausläufer davon. Die Herbig-Haro-Objekte und die vielen jungen Sterne zeigen, dass hier die Sternbildung noch nicht abgeschlossen ist. Südlich davon, im Bereich des Nachbarsternhaufens NGC 7142 versperrt kein Staub die Sicht, und es sind sogar Hintergrundgalaxien zu sehen.

Beim Klick ins Bild oder hier erscheint das gesamte Bildfeld zusammen mit dem offenen Sternhaufen NGC 7142.

Datum: 07.09.15, 08.09.15, 09.09.15

Optik: f=750mm f/5,4

Nachführung: TVGuider mit Watec 120N an 90mm f/5,6

Gesamtbelichtungszeit: RGB 60+60+90 min (Einzelbilder: 300 Sekunden)

Gesamtbelichtungszeit: Hα IR 70+70 min (Einzelbilder: 600 Sekunden)

Kamera: Atik 460EX

Filter: RGB aus Astronomik Filtersatz IIc, 6 nm Hα von Astronomik, ProPlanet 807 von Astronomik

 

Wenn der Mauszeiger aufs Bildfeld bewegt wird, erscheint die Bezeichnungen einiger Objekte. Bemerkenswert sind die Objekte, deren bezeichnung mit GGD beginnt. Bei ihnen handelt es sich um Sternbildungsregionen. GGD 34 ist z.B. ein dreiteiliges Objekt, das wie radioastronomische Untersuchungen gezeigt haben, die hellsten "Knoten" im Jet eines stellaren Objekts, eines jungen Sterns, der immer noch Masse aus seiner Umgebung aufsammelt und den überschüssigen Drehimpuls über das mit hoher Geschwindigkeit an den Polen herausgeschleuderte Plasma abgibt.

Beim Klick ins Bild oder hier erscheint das gesamte Bildfeld zusammen mit dem offenen Sternhaufen NGC 7142.

Datum: 07.09.15, 08.09.15, 09.09.15

Optik: f=750mm f/5,4

Nachführung: TVGuider mit Watec 120N an 90mm f/5,6

Gesamtbelichtungszeit: B 90 min (Einzelbilder: 300 Sekunden)

Gesamtbelichtungszeit: Hα IR 70+70 min (Einzelbilder: 600 Sekunden)

Kamera: Atik 460EX

Filter: B aus Astronomik Filtersatz IIc, 6 nm Hα von Astronomik, ProPlanet 807 von Astronomik

 

NGC 7129 ist ein schöner, kleiner und sehr heller Reflexionsnebel. Vorgelagerte Dunkelwolken tragen zu seiner Strukturierung bei. Im Wesentlichen streut der Staub im Nebel das blaue Licht seiner Sterne. Aber es gibt auch einige Bereiche, in denen das Leuchten von ionisiertem Wasserstoff zu beobachten ist. Die neue Aufnahme mit der Atik Kamera stellt nicht nur ein größeres Bildfeld dar, sondern ist auch wesentlich tiefer und zeigt noch mehr Nebel rund um NGC 7129. Die Aufnahme litt unter böigem Wind. Trotzdem konnten etliche Strukturen dargestellt werden.

Links von NGC 7129 leuchtet deutlich schwächer ein Reflexionsnebel. Die Idendifikation dieses Nebels ist etwas unklar. Vor ein paar Jahren wurde er in der astronomischen Datenbank Simbad als NGC 7133 geführt. Wolfgang Steinicke listet dieses Objekt in seinem revidierten NGC-/IC-Katalog als nicht-existent und gibt auch minimal andere Koordinaten an. An diesen Koordinaten (etwa 3,7 Bogenminuten nordöstlich des hellen Sterns in NGC 7133) ist in der Tat nur ein Stern, aber kein Nebel zu sehen. Die Stelle ist in der Aufnahme markiert. Inzwischen folgt Simbad W. Steinicke und listet NGC 7133 als nicht existent.

Die Gas- und Staubwolken von NGC 7129 sind reich an sehr jungen Sternen. Die meisten sind noch nicht so weit entwickelt, daß sie die Hauptreihe erreicht haben. Zum Teil sind sie nur als Infrarotquellen zu detektieren, zum Teil treten die Vor-Hauptreihenmsterne als Veränderliche vom Typ T Tau oder Herbig-Haro-Objekte in Erscheinung. Beispiele sind die Veränderlichen V350, V361, V373 und V392 sowie die Herbig-Haro-Objekte HH103 und HH105. Simbad kennt noch viele weitere HH-Objekte in meinem Bildfeld, aber entweder sind die Sterne selbst oder die Stoßfronten ihrer Jets auf meiner Aufnahme nicht zu erkennen.

Wenn der Mauszeiger aufs Bild bewegt wird, erscheint die Beschriftung.

Datum: 20.10.09, 20:43h MESZ

Optik: f=1180 mm f/5,0

Nachführung: TVGuider mit Watec 120N an C5 f/10

Gesamtbelichtungszeit: 63 min (Einzelbilder: 180 Sekunden)

Kamera: Atik 314L

NGC 7129 ist ein schöner, kleiner und sehr heller Reflexionsnebel. Vorgelagerte Dunkelwolken tragen zu seiner Strukturierung bei.

Datum: 20.07.06, 01:22h MESZ

Optik: f=1410 mm f/6,0

Nachführung: keine

Gesamtbelichtungszeit: 32 min (Einzelbilder: 10 Sekunden)

Kamera: Watec WAT 120-N

 

 

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