M 77 mit SN2018ivc im Walfisch

Fast 14 Jahre sind seit meiner letzten Aufnahme von M 77 vergangen. Das lag vor allem an der sehr südlichen Lage, die ich aus meiner Sternwarte nur mit allergrößter Mühe erreiche. Nur der kleine Refraktor und das Leitrohr schafften es, über die Wand der Sternwarte hinwg einen Blick auf M 77 zu werfen. Der parallel montierte große Refraktor blickte dagegen gegen die Wand. Grund für den neuerlichen Besuch war primär die Supernova SN2018ivc in M 77.

SN2018ivc wurde am 24.11.2018 von einem amerikanischen Supernovasuchprogramm entdeckt. Die Supernova war aber schon auf Aufnahmen vom Vortag sichtbar, dort aber nicht aufgefallen, weil sie recht kernnah explodierte und auf stark gestreckten Aufnahmen vom Kern überstrahlt wird. Sie war vom Typ II, bei dem ein massereicher Stern einen Kernkollaps erleidet und seine Hülle ins All schleudert. Zurückl bleibt ein Neutronenstern oder bei ausreichender Masse ein stellares Schwarzes Loch. Durch die kernnahe Position sind Helligkeitsmessungen sehr ungenau. Meine Aufnahme dürfte die Supernova wohl in ihrem größten Glanz darstellen, der mindestens 14,5 mag, viellicht auch eine Größenklasse mehr erreichte.

Das ganze Bildfeld mit NGC 1055 und den Katalognamen der hellsten Galaxien ist beim Klick ins Bild oder hier erreichbar.

Datum: 27.11.18, 21:13h MEZ

Optik: f=380 mm f/4,8

Nachführung: ohne Autoguider

Gesamtbelichtungszeit: 110 min (Einzelbilder: 300 Sekunden)

Kamera: Atik 490EX

Filter: CLS von Astronomik

 

M 77 ist eine Seyfert-Galaxie, d.h. ihr supermassives zentrales Schwarzes Loch wird gegenwärtig mit großen Mengen von Gas und Staub gefüttert. Als Folge wird ein Teil des Gases senkrecht zur Scheibe der Galaxie mit annähernd Lichtgeschwindigkeit und begleitet von starker Radiostrahlung als sogenannter Jet wieder emittiert. M 77 ist also ein Quasar, bei dem wir nicht genau in den Jet, sondern unter einem größeren Winkel schräg auf das aktive Zentrum sehen. Durch die Aktivität erscheint es uns sehr hell. Dagegen verblaßt die eigentliche Scheibe der Galaxie, die drei Mal so groß wie der helle Zentralbereich ist, zu einem schwachen Glimmen, das in diesem Bild nur knapp über dem Hintergrundrauschen liegt und durchaus dafür gehalten werden könnte. Dennoch ist es wegen seiner ovalen Form, Größe und Lage eindeutig die Galaxienscheibe. (Ausschnitt)

Datum: 01.02.05, 20.03h MEZ

Optik: f=1480 mm f/6,3

Nachführung: keine

Gesamtbelichtungszeit: 30 min (Einzelbilder: 10 Sekunden)

Kamera: Watec WAT 120-N

 

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