M 42 und M 43 (Großer Orionnebel) im Orion

Fast 15 Jahre sind seit meiner letzten Aufnahme von M 42 ins Land gegangen. Das lag einerseits an der kleinen Sensorgröße der Kameras und der langen Brennweite meiner Optiken, die nur einen kleinen Ausschnitt ermöglicht hätten, und andererseits an der sehr südlichen Lage, die ich aus meiner Sternwarte nur mit allergrößter Mühe erreiche. Nur der kleine Refraktor schafft es, über die Wand der Sternwarte hinwg einen Blick auf M 42 zu werfen. Das parallel montierte Leitfernrohr blickte dagegen gegen die Wand, weswegen die Aufnahme auch ohne die Hilfe des Autoguiders erfolgte.

Der Helligkeitsumfang von M 42 ist enorm. Die vier Sterne, die den Nebel mit ihrer UV-Strahlung zum Leuchten anregen und wegen ihrer Anordnung das Trapez genannt werden, sind nur auf kurz belichteten Aufnahmen erkennbar, die schwächeren Nebelausläufer und der oberhalb von M 43 (M 43 ist der keine hellere Nebel nördlich des hellsten Bereichs von M 42) erkennbare Reflexionsnebel NGC 1977 benötigen dagegen etwas mehr Belichtungszeit. Mit der Kombination von zwei Aufnahmeserien mit jeweils 60 Sekunden und 8 Sekunden Dauer pro Einzelbild ist es mir gelungen sowohl die Sterne im hellsten Bereich von M 42, hier besonders das Trapez, als auch die schwächeren Nebel darzustellen. Will man die hellsten Bereiche von M 42 auch wirklich hell darstellen, um dem visuellen Anblick gerecht zu werden, wird es schwirig, die schwächeren Nebel kontrastreich und strukturiert wiederzugeben. Für eine Testaufnahme, um Bildfeld der Teleskop-Kamera-Kombination und die Erreichbarkeit von M 42 mit dem kleinen Refraktor zu testen, bin ich mit dem Ergebnis zufrieden.

Das Bildfeld ist in voller Auflösung beim Klick ins Bild oder hier erreichbar.

Datum: 09.11.18, 01:04h MEZ

Optik: f=380 mm f/4,8

Nachführung: ohne Autoguider

Gesamtbelichtungszeit: 30 + 4 min (Einzelbilder: 60 Sekunden + 8 Sekunden)

Kamera: Atik 490EX

Filter: CLS von Astronomik

 

M 42 ist der hellste Nebelkomplex am Wintersternhimmel und bereits mit dem bloßen Auge zu erkennen. Die Details seiner Nebelstrukturen werden schon in kleinen und mittleren Teleskopen visuell sichtbar. Auf tiefen Fotografien und CCD-Aufnahmen kommt die ganze Pracht zur Geltung.

Die vorliegende Aufnahme war ein Experiment, bei dem ich ein Mosaik durch Abfahren des Nebels und Zusammensetzen des Gesamtbilds mit Hilfe eines Stackprogramms erzielen wollte. Das Ganze erwies sich, weil nicht sorgfältig genug geplant, hinterher als schwieriger als erwartet, gelang dann aber doch mit einem Mehraufwand, der durch eine bessere Planung der Aufnahmestrategie vermeidbar gewesen wäre.

Da das ganze ein Versuch sein sollte, habe ich nicht noch weitere Aufnahmen des ausgebrannten Zentrums, in dem die den Nebel anregenden Sterne des Trapeziums stehen, mit kürzeren Belichtungstzeiten gemacht, bei denen auch das Zentrum sehr viel detailreicher abgebildet worden wäre. Das ist beim nächsten Mal unbedingt nachzuholen. Die Aufnahme entstand übrigens einen Tag vor Vollmond und wurde auf 50% der Originalgröße verkleinert.

Datum: 05.03.04, 22.29h MEZ

Optik: f=1480 mm f/6,3

Nachführung: keine

Gesamtbelichtungszeit: 30 min (Einzelbilder: 10 Sekunden)

Kamera: Watec WAT 120-N

 

Zurück