NGC 6826 (Blinking Planetary)

Mit einem H-alpha Filter kann man natürlich auch bei Vollmond schöne Aufnahmen machen. Deshalb war wieder einmal NGC 6826 das Ziel, dieses Mal aber mit der Absicht, den Halo abzubilden. Der Helligkeitsunterschied zwischen dem Halo und der inneren Struktur ist enorm. Trotzdem waren in den Rohdaten sowohl die Daten des Halos als auch Details des Zentrums enthalten, so daß ich versucht habe, beides gleichzeitig darzustellen. Die inneren Strukturen kommen dabei überraschend gut heraus, und sogar der Zentralstern, der besonders hell im ultravioletten Licht leuchtet, ist klar und deutlich sichtbar.

Während andere Planetarische Nebel von mehreren Schalen von Wasserstoffgas umgeben sind, ist mir bei NGC 6826 nur eine einzige bekannt. Man geht davon aus, daß der Zentralstern, als er noch ein Roter Riese war, mindestens zwei Mal große Mengen Gas ins All geschleudert hat, bevor dann nur noch der heiße, aber nicht mehr fusionsfähige Kern übrig blieb. Der letzte große Massenauswurf leuchtet als die wohlbekannte Scheibe mit der hellen ringförmigen Struktur darin. Beim Halo fällt auf, daß der Rand etwas heller als die Fläche ist, wodurch der Halo deutlich begrenzt erscheint. Im Westen (rechts) hat der ansonsten kreisrunde Halo eine bemerkenswerte leichte Delle. Hier könnte das interstellare Medium lokal etwas dichter sein, so daß das sich ausbreitende Gas gestaut wird.

Natürlich muß man bei der hierfür nötigen Extrembildbearbeitung Kompromisse hinsichtlich der Ästhetik eingehen. Die Sterne erscheinen vielfach riesig und flau, während einige einen leuchtend hellen Kern haben. Das liegt daran, daß ich die hellen und dunkleren Partien des Bilds getrennt bearbeitet und insbesondere die dunklen Partien stark verstärkt habe, um den Halo sichtbar zu machen. Das Bild mit den dunkleren Partien und einem deutlicher sichtbaren Halo wird angezeigt, wenn die Maus aufs Bild bewegt wird.

Datum: 29.07.10, 01:07h MESZ

Optik: f=1180 mm f/5,0

Nachführung: TVGuider mit Watec 120N am C5 f/10

Gesamtbelichtungszeit: 70 min (Einzelbilder: 600 Sekunden)

Kamera: Atik 314L

Filter: 6nm H-alpha Filter von Astronomik

Die Helligkeit von NGC 6826 motivierte mich, eine Farbaufnahme zu versuchen. Um die Strukturen im Nebel nicht ausbrennen zu lassen, wurden die Belichtungszeit auf 60 Sekunden pro Bild beschränkt und der Kontrast nur mäßig angehoben. Umso überraschter war ich, daß bei starker Kontrastanhebung nicht nur sehr viel mehr Sterne (leider auch sehr viel größer) sichtbar wurden, sondern auch schon der schwache Halo um NGC 6826 herum. Einen Halo zeigen viele Planetarische Nebel. Der von NGC 6826 hat etwa den fünffachen Durchmesser des hellen inneren Bereichs. Der Halo wird sichtbar, wenn die Maus aufs Bild bewegt wird.

Datum: 23.08.09, 23:08h MESZ

Optik: f=2350 mm f/10

Nachführung: TVGuider mit Watec 120N am C5 f/10

Gesamtbelichtungszeit: je 15 min (Einzelbilder: 60 Sekunden)

Kamera: Atik 314L

Filter: RGB, Astronomik IIc

Die Helligkeit von NGC 6826 motivierte mich, eine Aufnahme ähnlich wie bei der Aufnahme von NGC 7662 mit noch längerer Brennweite zu versuchen. Neben einem OIII-Filter kam ein handelsüblicher fotografischer Zweifach-Telekonverter zum Einsatz. Das Seeing war an dem Abend nicht optimal. Auf dem Live-Bild war der Zentralstern nicht immer deutlich, geschweige denn die Strukturen deutlich zu sehen. Viele Einzelbilder mußten aussortiert werden, wodurch eine Gesamtbelichtungszeit von nur 19 Minuten zusammen kam.

Datum: 13.09.06, 23:29h MESZ

Optik: f=5400 mm f/23

Filter: OIII von Thousand Oaks

Nachführung: keine

Gesamtbelichtungszeit: 19 min (Einzelbilder: 10 Sekunden)

Kamera: Watec WAT 120-N

Der Name von NGC 6826 rührt daher, daß er häufig bei direktem Sehen nicht zu sehen ist und nur bei indirektem Sehen hell aufblinkt. Tatsächlich ist NGC 6826 aber erstaunlich hell. Erst zwei Jahre nach der Mintron-Aufnahme hatte ich Gelegenheit, NGC 6826 erneut aufzunehmen; dieses Mal mit voller Brennweite und OIII-Filter, um die Helligkeit des Zentralsterns abzuschwächen und so Strukturen im Nebel sichtbar zu machen. Mit Erfolg, denn schon auf dem Live-Bild waren die Strukturen deutlich zu sehen.

Das Bild wurden in Giotto mit doppelter Auflösung gestackt und anschließend nicht zurückverkleinert. Die Aufnahme mußte nach 19 Minuten abgebrochen werden, weil das Teleskop gegen das Stativ fuhr. (Ausschnitt)

Datum: 05.09.05, 00:40h MESZ

Optik: f=2350 mm f/10

Filter: OIII von Thousand Oaks

Nachführung: keine

Gesamtbelichtungszeit: 19 min (Einzelbilder: 10 Sekunden)

Kamera: Watec WAT 120-N

NGC 6826 ist erstaunlich hell. Insbesondere sein Zentralstern überstrahlt bei 1380 mm Brennweite mit seiner Helligkeit von 10,4 mag die Details im Innern des leicht ovalen Rings. Hier muß und kann ich wohl mit längeren Brennweiten arbeiten. Das Objekt ist dafür leuchtkräftig genug. Die beiden seitlichen, hellen Gebiete sind ionisierter Wasserstoff und kommen sehr schön heraus.

Datum: 18.10.03, 23:50h MESZ

Optik: f=1480 mm f/6,3

Nachführung: keine

Gesamtbelichtungszeit: 25 min (Einzelbilder: 2,54 Sekunden)

Kamera: Mintron 12V1C-EX

Das Bild zeigt das volle Format der Mintronaufnahmen.

 

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