Etwas über mich

Ich bin 58 Jahre alt und lebe in Buxtehude, etwa 30 km südwestlich von Hamburg. Von Beruf bin ich Entwicklungsingenieur in einem Aluminumwalzwerk.

Für die Astronomie interessiere ich mich seit meinen Schülerzeiten in einer münsterländischen Kleinstadt, also seit ungefähr 40 Jahren. Damals faszinierten mich an den klaren Winterabenden die leuchtende Milchstraße und die hellblinkenden Sterne. An meiner Schule gab es keinen Astronomieunterricht. Also wünschte ich mir zu Weihnachten ein Buch über Astronomie. Ich hatte eines im Schaufenster einer örtlichen Buchhandlung gesehen. Zum Glück war es ein Buch, das sich nicht zu 90% mit dem Sonennsystem befaßte, und erst im letzten Kapitel erwähnte, daß es noch weitere Sterne und auch Galaxien und so etwas gibt. Es war ein richtig gutes Buch, das einen Überblick über die Astronomie insgesamt gab. Das alles wußte ich jedoch nicht, als ich mir genau dieses Buch wünschte.

Schnell kam dann der Wunsch auf, die Sterne und die anderen Himmelswunder mit eigenen Augen und vor allem näher zu sehen. Ich kaufte mir also einen 10x50 Feldstecher. Und ich war überwältigt von der Fülle der Sterne, wenn ich das Fernglas in die Milchstraße hielt. Was mit bloßen Augen als ein milchiger Fleck in der Milchstraße erschien, entpuppte sich im Feldstecher als reicher Sternhaufen: h und c im Perseus. Andere Objekte waren eher enttäuschend. Der Mond erschien bei weitem nicht so groß wie ich gehofft hatte. Aber man sah natürlich deutlich mehr Details und viele Krater auf der Oberfläche. Auch die Andromedagalaxie M31 war bei weitem nicht mit den schönen Bildern vergleichbar, die ich kannte. Lediglich ein verschwommener Fleck, zwar sehr hell, aber sonst strukturlos war zu erkennen.

Es mußte also ein größeres Gerät her. Ein richtiges Teleskop mit parallaktischer Montierung! Im Kaufhaus erstand ich vom ersparten Geld ein Newton-Teleskop mit 114 mm Spiegeldurchmesser und 900 mm Brennweite. Doch schon am ersten wolkenfreien Abend auf der elterlichen Terrasse kam die Ernüchterung. Es war kaum möglich, einen Stern im Gesichtsfeld des Okulars zu halten. Der geringe Windzug reichte völlig, um das Teleskop ständig in Bewegung zu halten. Die Montierung war einfach zu wackelig. Enttäuscht brachte ich das Teleskop zurück und erhielt mein Geld wieder. Aber jetzt wußte ich, was ich von den Billigangeboten zu halten hatte.

Einige Jahre später, während meines Physikstudiums, da war er wieder da, der Drang nach einem eigenen Teleskop. Anfragen bei Händlern, die Teleskope für den Amateur verkauften, waren allerdings ernüchternd. Die verlangten Preise überstiegen bei weitem meine finanziellen Möglichkeiten. Ich kaufte daher einen kleinen Kaufhausrefraktor mit azimuthaler Montierung, wobei ich darauf Wert legte, daß die Optik OK war. Die Montierung war allerdings ein Scherz, aber ich wollte in sie auch nicht investieren, weil ich davon ausging, daß ich mir eines Tages ein größeres Teleskop kaufen würde (mit einer anständigen Montierung) und mein kleiner Refraktor dann dort als Leit- oder besseres Sucherfernrohr dienen sollte.

Den Refraktor habe ich heute noch. Aber es kam dann doch etwas anders als geplant. Das "größere" Teleskop ließ fast 15 Jahre auf sich warten. Inzwischen hatte ich mir aber eine parallaktische Montierung für den Refraktor gebaut. Und ich habe ihn bis heute nicht als Leitfernrohr eingesetzt, sondern benutze ihn so, wie er ist, gern für die Sonnenbeobachtung. Heute bin ich in der astronomischen Arbeitsgemeinschaft der Volkshochschule Buxtehude engagiert. Wir haben außerhalb von Buxtehude einen Beobachtungsplatz mit festen Säulen, auf die wir unsere Montierungen und Teleskope aufsetzen können. Von dort beobachtete und fotografierte ich üblicherweise, als ich noch mit Kleinbildfilm arbeitete.

Seit 35 Jahren betreibe ich schon Astrofotografie, zunächst vom Fotostativ, seit über 15 Jahren aber mit Hilfe des neuen Teleskops auf einer hervorragenden parallaktischen Montierung. In den Anfangsjahren verwendete ich nur relativ lichtschwache Filme mit 400 ASA. Versuche mit 100 ASA-Filmen ergaben bei Fotos vom Stativ klägliche Resultate. Man konnte nicht viel mehr, als die mit bloßen Augen sichtbaren Sterne erkennen. Die 400 ASA-Filme zeigten schon mehr, aber viele Himmelsobjekte waren auf den Fotos nur ein jämmerliches Abbild ihrer selbst. Die kurzen Belichtungszeiten, die für noch annähernd punktförmige Sterne erforderlich waren, waren einfach zu kurz. Versuche, die Kamera huckepack auf den Refraktor zu montieren, zeigten, daß die Nachführgenauigkeit und Ausrichtung auf den Himmelspol für fotografische Aufnahmen nicht ausreichten. Außerdem war ich wegen des 220V-Motors auf den häuslichen Garten als Beobachtungsplatz angewiesen, was natürlich keinen dunklen Himmel garantiert.

Als empfindlichere Filme zu erschwinglichen Preisen und mit akzeptabler Feinkörnigkeit auf den Markt kamen, habe ich auch diese ausprobiert. Beispiele sind auf den Seiten "Astrofotografie vom Fotostativ" zu finden. Mit hochempfindlichen Filmen, lichtstarken Optiken und einer gut nachführenden Montierung lassen sich auf diese Weise, wie ich finde, beeindruckende Resultate erzielen. Und eine Auswahl meiner Ergebnisse mit der aktuellen Instrumentierung ist unter der Rubrik "Eigene Astrofotos" zu sehen. Seit 2003 verfüge ich nun auch über die Möglichkeit, mit Hilfe einer CCTV-Kamera die Wunder des nächtlichen Himmels abzulichten. Das mache ich von der häuslichen Terrasse mitten aus der Stadt heraus. Es ist erstaunlich, unter welchen Bedingungen die moderne CCD-Technik noch Bilder ermöglicht, die mit der herkömmlichen Fotografie auf Kleinbildfilm nie erzielbar gewesen wären. Mit der Zeit konnte ich meine Fotografier- und Bildbearbeitungstechniken sehr verbessern, doch ist nach wie vor gute Transparenz und gutes Seeing eine wesentliche Voraussetzung, um gute Resultate zu erzielen.

In dem Maß, wie Übung und Erfahrung wuchsen, wuchs auch der Wunsch nach besserem Equipment, um Qualität und Produktivität zu erhöhen. Mittlerweile nenne ich eine moderne GoTo-Montierung, eine gekühlte CCD-Kamera und seit Neuestem auch eine Gartensternwarte mein eigen.

Zurück zur Startseite