Komet 17P Holmes

Komet 17P Holmes in ca. 225 Millionen km (1,5 AE) Abstand von der Erde und ca. 2,5 AE Abstand von der Sonne. Dieser Komet wurde 1892 durch Herrn Holmes entdeckt, als der Komet seine Helligkeit schlagartig um das Vielfache erhöhte. Anschließend verblaßte der Komet wieder, um dann nach ein paar Tagen erneut einen Helligkeitsausbruch zu zeigen, der aber schwächer war. Seitdem wurde der Komet mehrfach auf seiner knapp sieben Jahre dauernden Umlaufbahn gesichtet. Da der Komet der Sonne nie näher als 2 AE kommt, ist er wenig spektakulär. Nach 1892 wurde er noch 1899 und 1906 beobachtet und galt danach als verschollen. Er hatte aber nur seine Bahn geändert, was 1963 erkannt wurde. So konnte für seine Rückkehr 1964 die genaue Position berechnet und der Komet seither bei jedem Umlauf beobachtet werden.

Am 24.11.2007 berichtete eine Beobachter von den Kanarischen Inseln, daß der Komet statt der erwarteten Helligkeit von ca. 16 mag deutlich heller war. Kurze Zeit später wurde er schon auf 7 mag geschätzt. Innerhalb weniger Stunden erhöhte er seine Helligkeit weiter auf über 3 mag und war deutlich als neuer Stern im Sternbild Perseus mit bloßem Auge sichtbar. Der Komet erlebte wieder einen Helligkeitsausbruch, der seine Helligkeit um mehr als das 100000fache steigerte. Die Ursache dafür ist unklar, doch ist ein Zusammenstoß mit einem anderen Körper nicht ganz unwahrscheinlich, zumal sich 2,5 AE Abstand schon der Asteroidengürtel befindet.

Das Charakteristische an dem Helligkeitsausbruch dieses Kometens ist, daß sich der false Nucleus nicht genau im Zentrum der Koma befindet. Auch die Strukturen in der Koma, die durch starkes Schärfen des Bilds sichtbar gemacht werden konnten, sind nicht auf den flase Nucleus ausgerichtet. Es scheint sich deshalb nicht um typische Staubfontänen (sogenannte Streamer), sondern um echte Strukturen in der Koma zu handeln. Eventuell hatten sie einaml zum Zeitpunkt des Ausbruchs eine Verbindung zum false Nucleus. Diese scheint aber jetzt auf alle Fälle abgerissen zu sein. Weiterhin charakteristisch ist die recht scharfe Begrenzung der Koma in der Richtung, in der der false Nucleus aus dem Zentrum der Koma versetzt ist. Der gegenüberliegende Rand ist dagegen sehr diffus, als ob wir von hinten auf eine Art Staubschweif sähen und den sich von uns entfernenden false Nucleus durch die "Koma" und somit hinter ihr stehend.

Am 30.10.2007 rissen die Wolken zum ersten Mal seit Tagen auf, und ich konnte die nebenstehende Aufnahme machen.

Datum: 30.11.07, 21:38h MEZ

Optik: f=1410 mm f/6,0

Nachführung: keine

Gesamtbelichtungszeit: 3 min (Einzelbilder 0,64 Sekunden)

Kamera: Watec WAT-120N

Fünf Tage später war der Komet so stark im Durchmesser angewachsen, daß er nicht mehr komplett in das Gesichtsfeld meiner Kamera paßte. Außerdem hatte seine Helligkeit rapide nachgelassen. Ich mußte die Einzelbilder viermal so lange belichten als noch wenige Tage vorher, um die gleiche Helligkeit zu erzielen. Auch die Strukturen in der Koma sind jetzt etwas detaillierter zu sehen. Sie haben sich kaum verändert, aber der Abstand des false Nucleus' zum Mittelpunkt der Koma hat sich in den fünf Tagen seit der letzten Aufnahme deutlich erhöht.

Datum: 04.11.07, 20:50h MEZ

Optik: f=1410 mm f/6,0

Nachführung: keine

Gesamtbelichtungszeit: 20 min (Einzelbilder 2,56 Sekunden)

Kamera: Watec WAT-120N

Größenvergleich des Kometen bei identischer Optik. Links 30.10.2007 (Durchmesser ca. 8,8'), rechts 04.11.2007 (Durchmesser ca. 14,5').
Die Koma hat sich mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von über 3000 km/h um fast 375000 km auf beinahe eine Million Kilometer ausgedehnt.