NGC 6745 mit SN2022prr in der Leier

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Animation zweier Aufnahmen aus 2013 und 2022.

Am 27.07.2022 entdeckte ein amerikanisches Supernovasuchprogramm die Kernkollapssupernova SN2022prr vom Typ IIn in der Galaxie NGC 6745. Die Galaxie leuchtete am "Stiel der Rübe", wie ich die Galaxie wegen ihres Aussehen getauft hatte, auf. Dort, wo extrem helle Sternhaufen massereicher Sterne einen hellen Knoten bilden. Die Helligkeit von SN2022prr betrug bei ihrer Entdeckung nur 17,3 mag. Da war ich skeptisch, ob ich sie von den Sternhaufen würde trennen können. Zum Glück wurde sie noch etwas heller als 16 mag, und ich hatte eine ältere Vergleichsaufnahme, so dass ich eine Animation erstellen konnte, bei der die Bilder im Sekundenrhythmus wechseln und sich die Supernoiva durch ein leichtes Blinken am unteren Rand des Sternentstehungsgebiets verrät. Es war mir aber nicht gelungen, sie getrennt von diesem darzustellen.

Supernovae vom Typ IIn sind recht selten. Das n steht für "narrow", also schmal. Gemeint sind schmale Emissionslinien von Wasserstoff. Die Astronomen erklären sie sich dadurch, dass die Umgebung der Supernova vor der Explosion sehr gasreich gewesen sein muss, weswegen die Ejekta der Explosion mit dem Gas der Umgebung kollidieren und das Gas durch die Stöße ionisieren. Dieses Gas hat der massereiche Stern, der immer der Vorläufer eine Kernkollapssupernova ist, in einer Phase mit starkem Massenverlust zuvor in seine Umgebung abgeblasen. Der Vorgängerstern könnte zuvor ein Wolf-Rayet-Stern oder ein leuchtkräftiger blauer Variabler (LBV) gewesen sein.

Das gesamte Bildfeld ist beim Klick aufs Bild oder hier erreichbar. Dann erkennt man im Bildfeld noch einige weitere Galaxien, wie die nette Kette von 3 Galaxien (LEDA 62663-62665) im rechten oberen Viertel. (Ausschnitt)

Datum: 03.08.22, 23:13h MESZ

Optik: f=750mm f/5,4

Nachführung: TVGuider mit Watec 120N an 90mm f/5,6

Gesamtbelichtungszeit: 40 min (Einzelbilder: 240 Sekunden) + 39 min (Einzelbilder: 180 Sekunden)

Kamera: Atik 460EX

 

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Es reizte mich, die "Rübengalaxie", wie ich sie vor Jahren mal getauft hatte, neu abzulichten. Das in zwischen stark verbesserte Equipment ließ eine deutlich tiefere Aufnahme zu, so daß die nördlich gelegene Begleitgalaxie nun gut zur Geltung kommt. Nun könnte man in NGC 6745 auch eine Hand mit einem ausgestreckten Zeigefinger sehen, der auf die Begleitgalaxie deutet.

NGC 6745 steht etwas einsam auf weiter Flur am Himmel. Das Bildfeld ist noch recht gut mit Sternen besetzt, die aber weit weniger zahlreich sind und größere scheinbare Abstände voneinander haben, als direkt in der Milchstraße. Dennoch sind kaum Galaxien in den Lücken zu sehen. Das gesamte Bildfeld ist beim Klick aufs Bild oder hier erreichbar. Dann erkennt man zum rechten Bildrand hin auch eine nette Kette von 3 Galaxien (LEDA 62663-62665). Es ist erstaunlich, daß kaum eine der zwischen den Sternen hindurchscheinenden Galaxien eine Katalogbezeichnung hat. Offenbar sind die Astronomen, die solche Kataloge anlegen, in diesem Gebiet nahe der Milchstraße nicht tätig gewesen. (Ausschnitt)

Datum: 18.07.13, 00:25h MESZ

Optik: f=750mm f/5,4

Nachführung: TVGuider mit Watec 120N an 90mm f/5,6

Gesamtbelichtungszeit: 60 min (Einzelbilder: 180 Sekunden)

Kamera: Atik 460EX

 

Die merkwürdig aussehende Galaxie NGC 6745 hätte gut in den Katalog des H. C. Arp gepaßt, der einen Katalog mit Galaxien mit von der Norm abweichendem Aussehen zusammengestellt hat. Man erkennt die Form einer Rübe mit der Spitze nach Südwesten. Auf der Fläche der Galaxie gibt es mehrere helle Flecke. Das obere Ende, sozusagen der Stiel der Rübe, ist eine Begleitgalaxie. Eine weitere, lichtschwächere Begleitgalaxie befindet sich knapp darüber. (Ausschnitt)

Datum: 03.08.07, 23:28h MESZ

Optik: f=1410 mm f/6,0

Nachführung: keine

Gesamtbelichtungszeit: 27 min (Einzelbilder: 10 Sekunden)

Kamera: Watec WAT 120-N

 

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