LBN 524, Cepheus A und GN 22.55.2 im Kepheus

Auch in 2017 hat sich der im Infraroten helle variable Reflexionsnebel (in Bildmitte) noch nicht gegenüber dem Vorjahr verändert. Das Bild ist ein Ausschnitt aus dem gesamten Bildfeld.

Datum: 01.10.17, 20:49h MESZ

Optik: f=750mm f/5,4

Nachführung: TVGuider mit Watec 120N an 90mm f/5,6

Gesamtbelichtungszeit: 120 min (Einzelbilder: 600 Sekunden)

Kamera: Atik 460EX

Filter: ProPlanet 807 IR-Pass von Astronomik

 

Dies ist meine diesjährige Überwachungsaufnahme des im Infraroten hellen variablen Reflexionsnebels (in Bildmitte). Es hat sich immer noch nichts gegenüber dem Vorjahr verändert. Das Bild ist ein Ausschnitt aus dem gesamten Bildfeld.

Datum: 07.08.16, 02:16h MESZ

Optik: f=750mm f/5,4

Nachführung: TVGuider mit Watec 120N an 90mm f/5,6

Gesamtbelichtungszeit: 100 min (Einzelbilder: 600 Sekunden)

Kamera: Atik 460EX

Filter: ProPlanet 807 IR-Pass von Astronomik

 

Dies ist meine diesjährige Überwachungsaufnahme des im Infraroten hellen variablen Reflexionsnebels. Wenn es stimmt, dass er vom Protostern HW2 beleuchtet wird und die Variabilität durch Staubwolken, die um HW2 kreisen und sein Licht bisweilen verdunkeln, verursacht wird, dann sollte die Verdunklung am rechten (westlichen) Ende der Wolke beginnen und im Laufe von ca. 3 Jahren nach links (Osten) fortschreiten, denn die Wolke hat, wenn sie denn in der selben Entfernung wie das Sternentstehungsgebiet Cepheus A liegt, eine Längsausdehnung von mindestens 3 Lichtjahren. Aber noch hat sie sich gegenüber dem Vorjahr nicht verändert ...

Datum: 09.08.15, 00:45h MESZ

Optik: f=750mm f/5,4

Nachführung: TVGuider mit Watec 120N an 90mm f/5,6

Gesamtbelichtungszeit: 80 min (Einzelbilder: 600 Sekunden)

Kamera: Atik 460EX

Filter: ProPlanet 807 IR-Pass von Astronomik

 

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Ich habe zu der untenstehenden Aufnahme noch eine durch einen Hα-Filter gemacht, um die vielen Emissionsanteile deutlicher darstellen zu können. In der Vergrößerung sind dann sogar die im Licht des ionisierten Wasserstoffs leuchtenden Stoßfronten der Jets von HW2 sichtbar.

Datum: 18.10.13, 20:12h MESZ und 23.10.13, 20:08h MESZ und 09.08.14, 23:11h

Optik: f=750 mm f/5,4

Nachführung: TVGuider mit Watec 120N an 90 mm f/5,6

Gesamtbelichtungszeit: IR=130 min, Hα=130 min (Einzelbilder: 600 Sekunden)
B=66 min (Einzelbilder: 180 Sekunden)

Kamera: Atik 460EX

Filter: ProPlanet 807 IR-Pass, 6nm Hα und B aus LRGB-Filtersatz Typ 2c von Astronomik

 

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IR-R-B-Komposit: M. Mrotzek

IR-R-B-Komposit: POSS II

Die obige Aufnahme ist eine Falschfarbenaufnahme basierend auf einer Aufnahme im Nahinfraroten. Zur IR-Aufnahme habe ich noch je eine Aufnahme durch den Rot- und den Blau-Filter gemacht und diese zu einem IR-R-B-Komposit vereinigt. Dasselbe konnte ich auch mit den IR-, R- und B-gefilterten Aufnahmen aus dem POSS II machen (rechtes Bild). Das erlaubt mir auch den Vergleich meiner Aufnahme zu den POSS II-Aufnahmen aus den 90er Jahren (1989 (B), 1991 (R) und 1993 (IR)). Das Ganze ist jetzt eine Falschfarbenaufnahme, bei der die Wasserstoffemissionsnebel grün leuchten. Die Infrarotanteile leuchten rötlich bis rot. Gegenüber der Farbaufnahme (unten) aus 2012 wurde der Bildausschnitt etwas nach Osten verlegt, um die Nebelregion Cepheus A mit den jungen stellaren Objekten (YSO) mehr ins Zentrum zu rücken.

Interessant ist der hohe Anteil an roten Sternen. Diese sind nicht nur in den Staubmassen, sondern auch abseits davon zu finden. Im Staub selbst sind nur vereinzelt Sterne zu sehen, an seinem Rand dagegen recht viele. Die meisten roten Sterne des obigen Bilds sind in der Farbaufnahme aus 2012 nicht sichtbar, nur einige der IR-hellen roten Sterne deuten sich auf der Farbaufnahme an. So gesehen ist der IR-Pass-Filter ein voller Erfolg.

Der Vergleich meiner Aufnahme mit dem IR-R-B-Komposit aus den POSS II-Aufnahmen zeigt, daß die IR-hellen Sterne der POSS II-Aufnahme auf meiner Aufnahme fast vollzählig wiederzufinden sind. Bis jetzt habe ich keine neuen Sterne entdecken können. Der bereits unten angesprochene gewundene Nebel, der zur Sternbildungsregion Cepheus A gehört, leuchtet in der oberen Hälfte eher rötlich, während ihn in der unteren Hälfte ein grünes Band durchschneidet, an das sich wieder ein deutlich rotes Gebiet anschließt. Die Gebilde in rötlichen Farbtönen stellen Infrarotquellen, das grüne Band einen Wasserstoffemissionsnebel dar. Diese Farbaufteilung wird in meiner Aufnahme schön wiedergegeben. Links (östlich) dieses Nebels leuchtet in meiner Aufnahme ein weiterer roter und damit IR-heller Nebel. Der ist auf dem Komposit aus den POSS II-Aufnahmen nicht auszumachen. Er ist weder auf der rotgefilterten, noch auf der IR-gefilterten Aufnahme zu sehen. Dagegen ist er auf meiner Farbaufnahme aus 2012 bereits im Roten sichtbar. Interessanterweise ist der östlichste Teil dieses Nebels auch auf der rotgefilterten POSS I-Aufnahme von 1953 sichtbar. Zahlreiche Vergleichsaufnahmen in Farbe (RGB), die ich im Internet fand, zeigen ihn auch. Es scheint mir, daß dieser Nebelteil zur Zeit der POSS II-Aufnahmen dunkler gewesen ist. Darauf deuten auch Aufnahmen bei einer Wellenlänge von 900nm hin, die ich in einem Artikel von R. Lenzen et al. aus dem Jahr 1983 fand. Die Autoren führten optische und Infrarot-Untersuchungen an Cepheus A durch. Auch Aufnahmen im Roten und Infraroten in einer 1985 von Hardigan und Lada veröffentlichten Arbeit zeigen keine Hinweise auf diesen Nebel. Neuere Arbeiten ab etwa der Jahrtausenwende zeigen dagegen die Nebel deutlich. Allerdings habe ich bisher keine Quellen gefunden, die eine Variabilität der Helligkeit dieses Nebels beschreiben.

Wenn der Mauszeiger aufs Bild bewegt wird, erscheinen die Bezeichnungen der wichtigsten Nebel. An der Stelle des Kreuzes in Cepheus A befindet sich der im Sichtbaren und Nahinfraroten noch verborgene und im Entstehen befindliche Protostern HW2, der möglicherweise sogar ein Doppelsternsystem ist. Man schätzt seine Masse auf etwa 15 Sonnenmassen. Er sammelt aus der ihn umgebenden Staub- und Gasscheibe noch Material auf, daß er entlang zweier Jets z.T. wieder wegbläst. Offenbar erfolgt der Massenverlust nicht kontinuierlich, sondern in Schüben. Dabei bewegt sich der Jet um jeweils ca. 10° im Uhrzeigersinn weiter. Der vorletzte Massenverlust (im Bild als Pfeil dargestellt) erscheint im Nahinfraroten sehr hell. Er ist vermutlich erst wenige Jahre alt. Ein animiertes Modell ist hier zu finden. Weitere Informationen zu dieser Sternbildungsregion und dem Protostern HW2 findet man im Internet auch unter den Stichwörtern GGD37 und HH168.

Der Emissionsnebel LBN 529, auch Sh2-155 oder Höhlennebel genannt, befindet sich zum größten Teil außerhalb des Bilds. Nur links oben ist ein Teil des Bogens, der den Höhleneingang darstellt, sichtbar. Die obere Bildhälfte ist von den schwächeren Ausläufern des Emissionsnebels erfüllt. Rechts der Mitte sind sogar Dunkelwolken erkennbar. Der Reflexionsnebel LBN 524 ist nun an den rechten Bildrand gerutscht. Nur seine hellsten Partien leuchten auf meiner Aufnahme bläulich, die schwächeren Partien gehen im Hintergrund unter. Am unteren Bildrand links ist der interessant geformte Reflexionsnebel GN 22.55.2 um den Stern TYC 4282-861-1 sichtbar.

Das Bild ist in voller Größe beim Klick aufs Bild oder hier zu finden.

Datum: 18.10.13, 20:12h MESZ und 23.10.13, 20:08h MESZ

Optik: f=750 mm f/5,4

Nachführung: TVGuider mit Watec 120N an 90 mm f/5,6

Gesamtbelichtungszeit: IR=130 min (Einzelbilder: 600 Sekunden)
R=57 min, B=66 min (Einzelbilder: 180 Sekunden)

Kamera: Atik 460EX

Filter: ProPlanet 807 IR-Pass und RGB Typ 2c von Astronomik

 

Der Reflexionsnebel LBN 524 befindet sich südöstlich des Höhlennebels LBN 529 bzw. Sh2-155. Der rötliche Emissionsnebel links oben ist noch ein Ausläufer von LBN 529. Das ganze Gebiet ist durch die Emissions-, Reflexions- und Dunkelnebel sehr interessant strukturiert und bunt. Die Sternarmut um LBN 524 zeigt die Staubwolke an, aus der heraus die hellen Sterne in LBN 524 leuchten. In ihrer Umgebung streut der Staub das blaue Sternlicht in unsere Richtung.

Interessant ist auch die linke Seite des Bilds. Dort finden wir ungefähr mittig einen schwachen blauen Fleck, einen weiteren Reflexionsnebel. Für ihn habe ich keine Bezeichnung und auch nicht den beleuchtenden Stern finden können. Etwas weiter südlich leuchtet ein gewundenes Gebilde in rötlichen Farbtönen aus dem Staub. Der nördliche Teil ist eine Infrarotquelle und soll sogar eine Galaxie sein. Letzteres halte ich für eine Fehldeutung der Infrarothimmelsdurchmusterung 2MASS, zumal die astronomische Datenbank Simbad in dieser Wolke etliche junge stellare Objekte (YSO) kennt. Es handelt sich um die Sternbildungsregion Cepheus A, deren Sterne zur Zeit nur im Infraroten sichtbar sind.

Das Bild ist in voller Größe beim Klick aufs Bild oder hier zu finden.

Datum: 15.10.12, 21:08h MESZ

Optik: f=750 mm f/5,4

Nachführung: TVGuider mit Watec 120N an C5 f/10

Gesamtbelichtungszeit: R=27 min, G=18 min, B=57 min (Einzelbilder: 180 Sekunden)

Kamera: Atik 460EX

Filter: RGB Typ 2c von Astronomik

 

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